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Denkanstöße 50 – Raus aus der Sackgasse: Mehr Flexibilität, weniger Optimierung

Warum hat uns Corona so heftig erwischt? Wie kommen wir aus der Krise? Um Antworten auf diese Fragen zu erhalten, lohnen sich ein paar systemische Betrachtungen zum Thema Überleben. Das Spannende an systemischen Betrachtungen ist, dass wir sie auf sehr viele Fragestellungen anwenden können, über die wir uns derzeit die Köpfe zerbrechen. Jetzt wird es erst ein bisschen theoretisch und dann dramatisch – mit Hoffnung auf ein Happy End.

Systeme können nur überleben, wenn sie fähig sind, ihre Lebensgrundlage im Zusammenwirken mit ihrer Umgebung zu erhalten. Dies gilt für einfache Zellen genauso wie für hoch entwickelte Lebensformen oder Organisationen. Sie wenden alle grundsätzlich folgende Überlebensstrategien an:

  1. Systeme gestalten die Umgebung in der Weise, dass sie bessere Lebensbedingungen schaffen. Vögel bauen Nester; Unternehmen nutzen innovative Technologien.
  2. Systeme suchen aktiv nach einer Umgebung, die bessere Chancen zum Überleben bietet. Vögel ziehen im Winter nach Süden; Firmen erschließen neue Märkte.
  3. Systeme passen sich veränderten Umgebungsbedingungen an, um weiter überleben zu können. Dies geschieht entweder durch Verhaltensänderungen oder, wenn dazu genug Zeit ist, durch körperliche Anpassungen. Spatzen nutzen das Nahrungsangebot von Biergärten; Unternehmen nutzen neue Marktnischen. Tiere passen sich über Generationen körperlich an; Unternehmen organisieren sich für neue Geschäftsmodelle um.
  4. Systeme kombinieren die oben genannten Strategien.

Was die Sache verkompliziert, ist die Tatsache, dass auch die Umgebung in der Regel aus Systemen besteht, die dieselben Strategien verfolgen. Dadurch kommt es zu einer gegenseitigen Beeinflussung, die alle beteiligten Systeme zu einem kontinuierlichen Anpassungsprozess zwingt. Viren mutieren, um Immunsysteme zu überlisten; Immunsysteme entwickeln immer neue Abwehrmechanismen, um diese Viren zu bekämpfen. In der Marktwirtschaft zwingen sich Wettbewerber durch Innovationen gegenseitig dazu, sich ständig weiterzuentwickeln.

Systeme, die diesem Anpassungsdruck nicht gewachsen sind, können nicht überleben. Veränderungen der Umgebung können die Anpassungsfähigkeit eines Systems stark herausfordern oder sogar überfordern. Die Folgen der Corona-Pandemie kosten beispielsweise vielen Menschen und Unternehmen ihre Existenz. Sie verfügten über keine geeigneten Anpassungsmechanismen oder konnten sie nicht schnell genug aktivieren. Ausbeutung und Verschmutzung der Umwelt führen zu massivem Artensterben, weil viele Spezies diesem destruktiven Handeln nichts entgegensetzen können.

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